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Tipps für den Fahrradkauf

Ein Fahrrad sollte man nur im Fachhandel erwerben. Der Verband der Fahrrad- und Motorradindustrie bezeichnete die Fahrräder, die für 100 bis 200 Euro von Supermärkten oder Versandhäusern angeboten werden, als "gerade noch blickfest". Der ADFC Hessen warnt eindringlich vor dem Kauf dieses "fabrikneuen Sperrmülls" Erst ab 400 bis 600 Euro bekommt man etwas, was den Namen Fahrrad verdient, ab 1.000 Euro macht das Rad fahren dann richtig Spaß. Zudem kann nur ein Fachhändler den Service bieten, kompetent zu beraten, das Fahrrad nach Ihren abzuändern, Reparaturen und Inspektionen durchzuführen.
Da es für unterschiedliche Einsatzzwecke auch unterschiedliche Fahrradtypen gibt, müssen Sie sich zunächst überlegen, wofür Sie das Rad hauptsächlich nutzen wollen und was es dafür können muss. Brauchen Sie es nur für kurze Wege in der Stadt oder wollen Sie damit auch größere Radtouren unternehmen? Möchten Sie damit etwas transportieren (z.B. Kinder, schwere Packtaschen, Anhänger) oder soll es ein reines Spaßrad sein?
Nicht minder wichtig ist es, dass das Fahrrad auch richtig passt. Dafür messen Sie oder Ihr Händler Ihre Innenbeinlänge (ohne Schuhe, von der Ferse bis zum Schritt) und ziehen davon 25 cm ab (bei MTB-Rahmen 30 cm wegen der anderen Rahmengeometrie). Dies ist nun die ungefähre Rahmenhöhe,, die Sie benötigen. Das hat mit der Größe der Laufräder (28-Zoll/26-Zoll) nichts zu tun. Nur in Supermärkten sind die Rahmen mit 26-Zoll-Rädern kleiner als die mit 28-Zoll-Rädern. Dafür gibt es dort auch nur 2 Rahmenhöhen. Am Fahrrad ist die Rahmenhöhe die Entfernung von der Mitte des Tretlagers bis zum Ende des Sattelrohres. Wenn die Rahmenhöhe stimmt, stimmt im allgemeinen auch der Abstand zwischen Sattel und Lenker. Und Sie haben, wenn Sie mit den Füßen auf dem Boden stehen, noch genügend Platz zum Oberrohr.
Der Lenker sollte so breit sein wie Ihre Schultern und der Gepäckträger mindestens 2, besser 3 Streben haben. Nicht jeder braucht eine 21-, 24- oder 27-Gang Kettenschaltung. Um auf längeren Touren mithalten zu können, sollten Sie sich aber schon eine 7-Gang-Nabenschaltung gönnen. Von den 27 Gängen sind ohnehin nur 14 nutzbar, da viele Kombinationen gleich und andere Kombinationen für die Kette sehr ungünstig und somit verschleißfördernd sind. So sollten Sie mit dem kleinsten Kettenblatt nur die größten Ritzel benutzen, mit dem größten Kettenblatt nur die kleinsten Ritzel. Das mittlere Kettenblatt kann für alle Ritzel genutzt werden, wobei es für die Kette besser wäre, wenn nicht die äußersten Ritzel genutzt würden.
Schon seit ein paar Jahren gibt es auch eine 14-Gang-Nabenschaltung eines deutschen Herstellers, die die Vorzüge der Kettenschaltung bei weniger Pflegeaufwand bietet. Allerdings hat dies seinen Preis: pro Gang rund 50 Euro. Dafür gibt es nur einen Schaltgriff und alle Gänge sind gleichmäßig sanft abgestuft.
Das teuerste am Fahrrad ist mittlerweile die Ausstattung. Schaltung, Steuersatz, Kurbelgarnituren, Naben, Ritzelpakete, Bremsen, etc. werden zunehmend in einem Pack geliefert. Während es ca. 100 Fahrradhersteller gibt, ist die Zahl der Komponentenhersteller überschaubar. Folglich ist nicht so sehr die Marke des Herstellers entscheidend, sondern die Qualitätsstufe der am Fahrrad montierten Komponenten und die Qualität des Rahmens inkl. der Lackierung bzw. Pulverbeschichtung. Die Aussage "Schaltung von Shimano" allein sagt z.B. gar nichts aus, da es von Shimano eine breite Produktpalette gibt, angefangen vom minderwertigen Schrott bis zu der sündhaft teuren High-End-Ausstattung.
Darauf sollten Sie achten: Halogenscheinwerfer, Rücklicht mit Standlichtfunktion, gute Bremsanlage, Alu-Felgen bei Felgenbremsen. Der Rahmen sollte besser mit einer Pulverbeschichtung an Stelle einer Lackierung versehen sein. Pulverbeschichtungen lassen sich äußerst umweltfreundlich auftragen, sind zäh und schlagfest sowie sehr haltbar.
Mit dem Kauf des Fahrrades sollten Sie auch gleich an ein Schloss denken. Hier gilt die Faustregel: 10 % des Kaufpreises des Fahrrades sollten in den Diebstahlschutz investiert werden. Außerdem empfehlen wir die Codierung des Rades, die entweder vom Händler direkt erledigt, oder aber von vielen ADFC-Gliederungen angeboten wird.

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